Presseartikel

Eine Auswahl an Presseartikel über Konzerte des Ensembles


Colorful Accordionists im Chäferchäuer

«Farbige» Akkordeontöne im Stadtkeller

Die Colourful Accordonists spielten in Unterseen

Am Sonntagmittag entschlossen sich trotz des prächtigen Skiwetters mehrere Leute lieber den Klängen von fünf Akkordeons zu lauschen, als über die Pisten zu brausen. Dies lohnte sich allemal. Nicht nur das breite musikalische Spektrum, sondern auch das geniale Zusammenspiel und die sichtliche Spielfreude jedes Einzelnen, machten diese Musik hörenswert.

Mit viel Können und Spielfreude begeistereten die Colourful Accordonists – Christian Hadorn, Irene Kaufmann, Catherine Steiner, Brigitte Meier und Andreas Steiner (vlnr) – die Zuhörinnen und Zuhörer im Stadtkeller Unterseen.

Sarah von Känel; Jungfrauzeitung

Wer Colourful Accordonists, also die farbigen Akkordeonisten, in früherer Besetzung schon gehört und gesehen hatte, mochte vom ersten Eindruck erstaunt, ja vielleicht enttäuscht sein. Während sich in früherer Besetzung traditionellerweise und dem Namen entsprechend jeder Musikant in einer anderen Farbe gekleidet hatte, erschien die teilweise neue Besetzung am Sonntag im Stadtkeller Unterseen unisono in schwarz. Ihrem farbigen Namen wurde die Truppe dennoch mehr als gerecht. Die musikalische, vielfältige Farbigkeit wog die einheitlich schwarze Kleidung locker auf.

Alles andere als eintönig
Auf hohem Niveau und mit einem virtuosen Zusammenspiel interpretierten die fünf Akkordeonisten verschiedenste Stücke. Die Truppe um Andreas Steiner existiert ursprünglich schon seit 1992. Nach fast dreijähriger Pause erschienen nun die Colourful Accordonists mit teilweise neuer Besetzung, aber mit der alten Vielfältigkeit. Das Spektrum reichte geografisch von russischen, über litauische bis hin zu argentinischen Komponisten. Neben Tango fand auch ein Walzer Platz. Sowohl ein Trauerlied von Antonin Dvorak als auch die spanischen Tänze von Mozkowsky entströmten dem vielseitigen Instrument. Neben ganz bekannten Kompositionen wie «Adiós Noniño» von Astor Piazzolla spielten die Colourful Accordonists auch weniger Bekanntes wie «In der Pussta» von Milan Novotny. In diesem vielfältigen Programm konnte sich das Akkordeon voll entfalten. Zu zeigen, dass ein Akkordeon mehr drauf hat als «nur» Volksmusik, ist ein wichtiges Anliegen von den Colourful Accordonists. Dieses Anliegen brachten sie am Sonntag musikalisch sehr nahe und überzeugend an die Zuhörer.


Bekannte und neue Klänge

Herzogenbuchsee
Akkordeonmusik – wie ein kleines Kunstwerk

Dem Akkordeon lassen sich überraschende Töne entlocken. Das und viel mehr stellten die «Colorful Accordionists» bei ihrem Konzert im «Chäferchäuer» am 4. Februar 2006 unter Beweis.

Walter Gfeller; Berner Rundschau

Der schwermütige «Slawische Tanz» von Antonín Dvorák – sollte das die Einleitung zu einem Konzert voller Leckerbissen sein? Wer zuhörte im «Chäferchäuer» Buchsi, plagte sich nicht mit solchen Überlegungen, sondern genoss diesen stimmungsvollen Einstieg umso mehr. Dvorák schöpfte aus dem unermesslichen Gut böhmischer Volksmelodien und schrieb zwei Folgen als «Slawische Tänze» nieder. Leichtfüssige, schwebende Klänge in e-Moll eröffneten den Tanz, der in einem geschickten Arrangement durch die «Colorful Accordionists» dargeboten wurde. Bei einem recht bekannten Stück, das man in der Regel in der Orchesterfassung zu hören kriegt, ist es am Platz, etwas über die technischen Möglichkeiten des Akkordeons zu sagen. Die Töne werden durch Luftströme, welche Metallzungen zum Schwingen bringen, erzeugt. Die Luftströme werden durch den Blasbalg, welcher sich ausdehnen oder zusammenpressen lässt, gebildet. Dank der chromatischen Anordnung der Tasten (oder «Knöpfe») auf beiden Seiten muss der Blasbalg nicht nach der diatonischen Tonfolge wie beispielsweise beim Schwyzerörgeli bewegt werden, sondern eher nach der gewünschten Lautstärke. Damit stehen dem Akkordeon Gestaltungsmöglichkeiten offen, welche in den folgenden Stücken wunderbar ausgespielt wurden.

Doch warum begann Andreas Steiner, der «Vater» der «Colorful Accordionists», ein schwungvolles Konzert mit einer Elegie? Ganz einfach: es war im letzten Programm der «alten» Besetzung das letzte Stück, zwei Jahre Pause folgten, ein Aufbau mit neuen Gesichtern und Händen, und jetzt war der stimmungsvoll gespielte «Slawische Tanz» das Bindeglied zum neuen Programm – und zu neuen Köpfen. Geheimnisvoll begann Andreas Steiner im nächsten Stück die Bassfiguren, baute sie auf und übergab das Fundament seinen Mitspielerinnen Brigitte Meier, Catherine Steiner (seiner Frau) und Irene Kaufmann, bis der leitende Akkordeonist Christian Hadorn die Habanera von Eduardos Balsys (einem Balten, nicht Spanier) packte und in straffen Rhythmen, zarten Melodien und harmonischen Überraschungen zu einem kleinen Kunstwerk gestaltete. Die Impulse gingen meist von Hadorn, seltener von Steiner aus und wurden vom Ensemble denkbar präzis und musikalisch aufgenommen. Dabei spielen die «Colorful Accordionists» in der jetzigen Besetzung erst seit Herbst 2005 zusammen.

Romantisches Spanien

Ein Ohrenschmaus sondergleichen, das wurden die Spanischen Tänze von Moritz Moskowsky. Die Folge von fünf Stücken entführte die Zuhörerschaft in ein romantisches, verträumtes und wildes Spanien. Das meisterhafte Arrangement von Rudolf Würthner kam vor allem im zweiten Tanz der Orchesterfassung sehr nahe. Doch kamen Originalkompositionen nicht zu kurz. 

Grosse Luftreserven 

Das gilt für Milan Novotnys «In der Puszta», den Konzerttango «Illusion» wie für die Tarantella von Heinz Ehme. Astor Piazollas Tango «Addios Nonino», eigentlich für Bandoneon geschrieben, entfaltete eine reiche Palette von Klangbildern. Das Bandoneon ist eine Ziehharmonika mit drei Blasbälgen und wird stehend gespielt. Die grossen Reserven an Luft geben dem Komponisten wie dem Spieler viel Raum für musikalische Entfaltung. Die Umsetzung für die fünf Akkordeons liess dies sehr gut erahnen. «Schwarze Augen», das russische Volkslied, animierte Andreas Steiner, den Besitzer und Betreiber des «Chäferchäuers», zu einer jazzigen Eigenkomposition, die von Milan Novotny definitiv gefasst wurde.

Aram Katschaturian schmeichelte sich ein mit dem Walzer aus dem Film «Maskerade» und dem Säbeltanz, der unvergessliche, peppige Charleston von Cecil Mack und Jimmy Johnson erinnerte an Tanzvergnügen, als man sich mit dem grössten Spass die Beine verrenkte, und die Titelmelodie aus der Krimi-Serie «Miss Marple» (Originalton: Cembalo) wurde «täuschend echt» vorgetragen. Fernseh-Feierabend sozusagen, was mit der «Träumerei» von Robert Schumann im «Chäferchäuer» Herzogenbuchsee bestens suggeriert wurde.


Nicht nur östliche Töne mit fünf Akkordeons


Familiäres Konzert der Colorful Accordionists mit rasantem Finale von Chatschaturjan.

Matthias Steimer; Aargauer Zeitung

Von Dvorak über Piazzolla bis hin zum Soundtrack von Miss Marple – das Akkordeonensemble zeigte sich in einer neuen Formation nach zwei Jahren erstmals wieer auf der Bühne. Ein nicht alltägliches Bild bot sich in der Sebastanskappelle: Eine bescheidene Anzahl Stühle, ebe der Raumgrösse entsprechend, richteten sich zur kleinen Bühne, wo fünf Akkordeonis auf ihre Musiker warteten. Vegebens suchte man Konzertprogramme – es gab sie nicht; Andreas Steiner führte das Publikum während des ganzen Abends persönlich durch das Programm. Auf diese Art vermochte er dem Konzert einen familiären Charakter zu verleihen.
Nach zehnjähriger Tätigkeit und zwei Jahren Pause formierten sich die Colorful Accordionists im vergangenen Herbst neu. Aus der alten Besetzung sind bloss Andreas und seine Frau Catherine Steiner übrig geblieben; neu dazu gestossen sind Christian Hadorn, Irene Kaufmann und Brigitte Meier. “Wir machen so weiter, wie wir aufgehört haben”, sagte Andreas Steiner nach dem Eröffnungsstück von Dvorak, das gleichwohl das Abschiedsstück vor zwie Jahren gewesen war. Das Konzert war geprägt von Steiners persönlichem Kontakt zum Komponisten Milan Novotny. Einige Stücke entstanden bei ihm im Auftrag, andere errangierte er für das Ensemble. Dass das Akkordeon nicht auf östliche Töne beschränkt ist, zeigte sich vor allem im zweiten Teil, als nach jazzigen Akkorden ein Tango von Asto Piazzolla zur Aufführung kam. Die berühmte Zirkusmelodie von Aram Chatschturjan stellte das rasante Finale dar. Das begeisterte Publikum durfte noch zwei Zugaben geniessen: den Soundtrack von Miss Marple sowie ein verträumtes Werk von Robert Schumann.
Vielseitiger hätte das Programm kaum sein können; die Freude und das Engagement der Musiker waren deutlich spürbar. “Soweit östlich haben wir noch nie gespielt”, meinte der Berner Andreas Steiner. Eines stht fest: Wenn die Akkordeonisten den Weg nach Baden wieder finden würden, so freut dies das Publikum – man hat den Abend genossen.


«Parlez-moi d’amour» mit viel Bravour

Colorful Accordionists spielten von Verdis Nabucco und Alexander Borodins Fürst Igor bis hin zu Strauss Polkas

Es war ein Heimspiel vor ausverkauftem Publikum: Die Colorful Accordionists machten den Auftakt zur Frühlingstournee im Chäferchäuer in Herzogenbuchsee. Es war ein Konzert mit spürbarer Experimentierfreude, serviert mit portionierter Musikgeschichte, gespickt mit trockenem Humor.

Walter Gfeller

Sie sind mittlerweile ein gefragter Markenartikel, die Colorful Accordio- nists aus Herzogenbuchsee. Ihre Früh- lingstournee beginnt in Horgen – doch das Konzert zum Auftakt gab die Gruppe im heimatlichen Chäferchäuer Buchsi. Das war ein Heimspiel vor ausverkauften Plätzen, was die fünf Akkordeonisten Christian Hadorn, Adrian Leuenberger, Catherine Steiner, Brigitte Meier und Andreas Steiner sichtlich beflügelte. Das Motto «Parlez-moi d’amour» entfaltete sich zwar erst im zweiten Teil so richtig, doch konnte Andreas Steiner mit seinen kurzweiligen, von trockenem Humor gewürzten Einführungen die Zuhörerschaft mühelos bei guter Laune halten.

Spiel mit pianissimo und fortissimo

Die Bearbeitung von Verdis Ouvertüre zu Nabucco erwies sich als durch aus hörenswerter Versuch, die gewalti- gen Klangmassen und die schroffen Ge- gensätze von pianissimo zu fortissimo vom Sinfonieorchester auf die fünf Akkordeons zu übertragen. Natürlich

schwelgte man beim Gefangenenchor mit. Ähnliches lässt sich auch über die Bearbeitung der Tanzsuite von Aram Katschaturian, dem Komponisten des bekannten «Säbeltanzes», sagen.

Im ersten Stück, der «Walzer-Maskerade» trug die Hauptmelodie sehr gut, und eine feine Dynamik verhalf dem Stück zu einer plastischen Erscheinung. Von melancholischem und geheimnisvollem Gehalt war das «Nocturne» geprägt. Dazu trugen die gekonnten Dosierungen der Luft im pianissi- moBereich sehr viel bei.

Nach der «Russischen Fantasie» von Jörg Traeger lernte die Zuhörerschaft «Fürst Igor» kennen. Dieser sollte die Polowetzer, ein in Südrussland ansässiges Volk, unter die Zarenkrone kriegen, was Fürst Igor aber nie gelang. Dafür führten die Polowetzer nach jedem Strauss gegen ihn Freudentänze und Gelage auf. So jedenfalls hat es Alexander Borodin in seine Oper «Fürst Igor» übertragen. Mit den mitreissenden «Polowetzer Tänzen», ursprünglich nur für Chor geschrieben, erlangte «Fürst Igor» Weltruhm. Mindestens das ist ein Grund dafür, die Tänze auch für fünf Akkordeons einzurichten. Und wie schon zuvor mit Vergnügen festzustellen war: Die Colorful Accordionists entledigten sich auch dieser Aufgabe mit Bravour.

Spritzig leicht und überraschend

Im zweiten Konzertteil führte «Parlez-moi d’amour» in der Bearbeitung von Rudolf Würthner in die Welt der melodiösen Salon- und Tanzmusik. Die Burleske von Ludwig Kletsch, 1953 uraufgeführt, kam leicht und spritzig daher und überraschte mit guten Tonartwechseln.

Ein dezenter Höhepunkt entstand in Astor Piazzollas Tango: Darin machte Adrian Leuenberger eine Mundharmonika zum Medium eines schwermütigen und doch lieblichen Zauberers, der

vom übrigen Ensemble diskret begleitet wurde. Bislang unbekannt und deshalb spannend zu vernehmen war auch der Lebenslauf von Fritz Tschannen: Dieser wurde mit einem Flug von 120 Metern 1948 Weltmeister im Skispringen und verschrieb später sein Leben der Akkordeonmusik – mit über 1000 Kompositionen. Sein «Tango» war allerdings frei von jeglicher «Fliessbandarbeit». Den Schlussteil dominierten zwei Polkas von Johann Stauss’ Sohn: die «Tritsch-Tratsch-Polka» und das geniale «Perpetuum mobile» mit der ständig wiederkehrenden Bassfigur und den wieselflinken Oberstimmen.


Schillernde Akkordeonisten begehen zwei Jahrzehnte

HERZOGENBUCHSEE Mit einer Konzerttour feiern die Colorful Accordionists ihr lang jähriges Bestehen. Heute ist Auftakt im Chäferchäuer.

Seit vielen Jahren sind Catherine und Andreas Steiner in der Musikszene aktiv: als Veranstalter und Musikanten. Nach der zehnten Kultursaison im Chäferchäuer ihres Hauses an der Buchser Sternenstrasse haben sie aus beruflichen Gründen nicht mehr viele Anlässe organisiert – jedoch selbst weiterhin musiziert wie bis anhin. Ihr Ensemble Colorful Accordionists hat zu seinem 20-jährigen Bestehen ein Jubiläumskonzertprogramm zusammengestellt, das heute seine Premiere feiert – genau 20 Jahre nach dem ersten öffentlichen Auftritt des Ensembles in der Mahogany Hall in Bern. Auftritte in der Schweiz und in Deutschland foltgen.

Das Ensemble wurde am 9. September 1994 in Interlaken gegründet. Damals bestand es aus sieben Akkordeonistinnen und Akkordeonisten aus den Kantonen Bern und Freiburg. Eine Akkordeonmanufaktur stellte sieben identische Instrumente nach ihren Vorstellungen her. Der Erfolg liess nicht lange auf sich warten: Am ersten eidgenössischen Akkorde- onmusiktreffen in Nyon 1996 erreichten die Colorful Accordionists das damals höchste Prädikat «vorzüglich». Viele Topresultate folgten, ehe sich das Ensemble mehr Konzerten widmete.

Während zweier Jahrzehnte ist der Name Programm geblieben, so Manager Andreas Steiner. «Wir wollen bunte, farbige, frische, lebendige, konzertante und unterhaltsame Akkordeonmusik aus den verschiedensten Musikrichtungen spielen.» Die Besetzung indes hat gewechselt. Heute besteht sie aus Christian Hadorn (Leitung), Brigitte Meier-Egloff, Andreas und Catherine Steiner sowie Adrian Leuenberger. Letztere beide werden heute Abend verabschiedet. Dragan Miletic und Christian Besmer stossen neu dazu.


Leckerbissen von Akkordeonisten

Zwinglihaus Die «Colorful Accordeonists» demonstrierten ihr musikalisches Können. Die fünf Akkordeonisten interpretierten Lieder von Antonin Dvorak mit viel Gefühl.

Walter Gfeller

Ihre Tourneen führen die «Colorful Accordeonists» seit Langem durch die ganze Schweiz, und so machten sie für einmal Halt im kirchlichen Zentrum Zwinglihaus. Viele Zuhörende waren neugierig auf das für sie Ungewohnte; andere kamen, weil sie wussten, dass ihnen einige Leckerbissen serviert würden. Der Predigtraum war jedenfalls voll besetzt.

Mit dem «Slawischen Tanz op 72 Nr. 2» in e-Moll von Antonin Dvorak zogen die «Accordeonists» mit der Mischung aus Tanz, Schwermut und Sehnsucht, aber auch aus einer gewissen Schwerelosigkeit, die Dvoraks Musik so eigen ist, das Publikum in ihren Bann. Der Tanz, für grosses Or- chester gesetzt, erfuhr mit Christian Hadorn, Adrian Flückiger, Catherine Steiner, Brigitte Meier und Andreas Steiner eine wohl eigenständige und dennoch kongeniale Wiedergabe. So was von träumerisch und zart muss man einmal gehört haben.

Ihre reichen Erfahrungen im Umsetzen orchestraler Stücke brachten die «Colorful Accordeonists» im zweiten Stück von Dvorak, der «Serenade in E-Dur für Streichorchester op 22», ein. Im Original besteht die Serenade aus fünf Stimmen. Der warme, ausdrucksvolle Streicherklang verlangt vom Klang der metallenen Akkordeon-Zungen eine durchdachte Interpretation. Mit Behutsamkeit stiegen die Instrumentalisten in den ersten Satz ein und ertasteten buchstäblich den akustischen Rahmen des offenbar nicht einfachen Predigtraums. Die schönen Tanzmelodien herrschten vor, die fein ziselierten Begleitfiguren, die Dvorak verschwenderisch einstreute, blieben durchsichtig, und die vielen Tempo-Rückungen wurden sensibel ausgearbeitet. Einzig die dynamischen Kontraste hätten, gerade im Vergleich zum originalen Streichorchester, aber auch angesichts der Akkordeon-Möglichkeiten, ein etwas stärkeres Profil verdient. Das fünfsät- zige Stück wusste das Publikum trotzdem restlos zu begeistern.

Sinfonische Ausmasse hatte die «Nordische Sonate» von Gerhard

Mohr (1909–1979). Der Komponist schrieb in einer spätromantischen Tonsprache. Nicht nur in den Harmonien, sondern auch im Tonsatz sind Eigenheiten verwirklicht, wie sie Eduard Grieg oder Peter Tschaikowsky gerne verwendet haben. Dazu gehört die raffinierte kontrapunktische Verknüpfung zweier Themen miteinander, wie Tschaikowsky es liebte. Kontrapunkt: Da denkt man an Johann Sebastian Bach. Mohr machte seinen Lehrmeistern alle Ehre. Während der erste und dritte Satz einem klaren Aufbau, dem Sonatenschema, verpflichtet waren, gehörte der zweite Satz den liedhaften Melodien.

Mit den stimmungsvollen und zugleich «elegischen» Liedern «Chant sans paroles» von Tschaikowsy und dem «Chanson d’amour» von Anton Rubinstein schloss das einzigartige Konzert.